Unser Einsatz für Kinder auf der Flucht

Die Zahl an geflüchteten Kindern und ihren Familien hat aufgrund einer erhöhten Anzahl von Konflikten in den vergangenen zehn Jahren dramatisch zugenommen. Kinder sind entlang von Migrationsrouten Risiken wie Ausbeutung und Kinderhandel ausgesetzt. Sie haben besondere Bedürfnisse, die erkannt und berücksichtigt werden müssen. Trotzdem sind geflüchtete Kinder als Gruppe oft unsichtbar und werden nicht systematisch erfasst – und das, obwohl sie fast die Hälfte der Menschen auf der Flucht ausmachen.

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Kinder aus ihrem Zuhause fliehen müssen: Konflikte, Armut, Klimawandel, fehlender Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen oder Verfolgung und Diskriminierung in ihrem Herkunftsland. Auf der Flucht lauern für Kinder viele Gefahren, vor allem, da sie teilweise unbegleitet sind und sich an Orten aufhalten, die ernsthafte Bedrohungen für ihre Sicherheit darstellen.

In diesen Situationen sind sie Risiken wie der Trennung der Familie, Menschenhandel, Kinderheirat, mangelnder Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und psychologischer Belastung ausgesetzt. Diese Risiken sind für unbegleitete und getrennte Kinder, die keinen direkten Schutz von Geschwistern oder Eltern haben, noch grösser. Je nach Alter, Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder den Besonderheiten ihrer familiären Situation können die Bedürfnisse von geflüchteten Kindern sehr unterschiedlich sein. Mädchen und Jungen sind auf der Flucht unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, die von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt bis hin zu Kinderarbeit reichen.

Die Herausforderungen bei der Bewältigung solcher „Massenfluchts“-Phänomenen erfordern von uns die Entwicklung von stetig neuer Hilfsansätzen. Damit wir angemessen auf die Schutzbedürfnisse von geflüchteten Kindern reagieren können, sind wir darauf angewiesen, in unserer Arbeitsweise möglichst flexibel und agil zu sein. Sprich: wir müssen uns an verändernde Fluchtrouten oder unterschiedliche politische Umfelder in Herkunfts-, Transit- und Zielländern anpassen.

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Flexible und agile Arbeitsweise Wir müssen uns fortlaufend an sich verändernde Fluchtrouten und unterschiedliche politische Umfelder in Herkunfts-, Transit- und Zielländern anpassen.

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Die Schweiz als Zielland Mit unseren Projekten in der Schweiz unterstützen wir geflüchtete Kinder in Schweizer Asylzentren. Wir unterstützen die Betreuungsorganisationen bei der Einrichtung von kinderfreundlichen Räumen, in denen Kinder einen sicheren Ort zum Spielen und Lernen haben und psychosoziale Unterstützung erhalten, um traumatische Erfahrungen aus ihrer Flucht zu überwinden. Dazu zählt auch, dass wir das Personal in Asylzentren beraten und Anleitungen zu Kindesschutzfragen erarbeiten.

Schutz für Kinder auf der Flucht

Bilal (12) bringt seinen jüngeren Bruder Faisal (5) in das Lernzentrum in einem Flüchtlingslager in Jordanien.

Child Migration Platform

Wir von Save the Children Schweiz haben eine Child Migration Platform errichten, die die Forschung und die Umsetzung von Projekten im Bereich Migration, Kinder und Schutz wesentlich erleichtern soll.

Seit dem Jahr 2016 arbeiten wir an Migrationsprojekten in der Schweiz, in Europa, im Nahen Osten, in Ostafrika und Lateinamerika, die wir fortwährend steuern und optimieren. Die Erfahrung aus diesen Projekten hat dazu geführt, dass wir entlang der Routen, die geflüchtete Kinder bewältigen, innovative Schutzmassnahmen ergreifen konnten, die Kindern zu Gute kommen.

Das Kernziel unserer Child Migration Platform ist es, unser Wissen aus der Forschung in praktische und innovative Ansätze in Herkunfts-, Transit- und Zielländern umzusetzen. Umgekehrt sollen auch neue, speziell entwickelte Projektmodelle andere Organisationen inspirieren und dazu beitragen, dass Kinder auf der Flucht besser geschützt werden können.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir unseren Einsatz für Kinder auf der Flucht fortwährend hinterfragen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir ihre Bedürfnisse verstehen und darauf reagieren können.

Sofyen Khalfaoui Verantwortlicher Kinderschutz und Migration Save the Children Schweiz

Migrationsprojekte im Fokus