Vor einem Jahr erschütterte ein schweres Erdbeben Myanmar. Zwar sind viele Familien in ihre Häuser zurückgekehrt, doch für zahlreiche Kinder ist die Katastrophe noch nicht vorbei. Wir unterstützen sie weiterhin mit lebenswichtiger Hilfe.

Nur Minuten erschüttern – doch die Folgen bleiben jahrelang

Am 28. März 2025 traf ein verheerendes Erdbeben der Stärke 7,7 das Zentrum von Myanmar. Mehr als 3800 Menschen kamen ums Leben, über 5000 wurden verletzt. Auf einen Schlag wurden Hunderttausende Menschen obdachlos und zahlreiche Schulen wurden zerstört. Bereits zuvor waren Millionen Menschen aufgrund von Konflikten und Vertreibung in Not. Das Erdbeben verschärfte die Situation dramatisch: Heute sind über 16 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – darunter fünf Millionen Kinder.

Der Wiederaufbau braucht Zeit. Das Erdbeben dauerte nur wenige Minuten – doch die Folgen werden Kinder und Familien noch lange begleiten. Umso entscheidender ist die langfristige Unterstützung. Die Kinder in Myanmar dürfen nicht vergessen werden.

In Myanmar sind 16 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter fünf Millionen Kinder.

Die Geschichte des 16-jährigen Myat Nyein

Ein Jahr später sind die Auswirkungen noch immer spürbar. Viele Kinder haben Angehörige verloren. Andere leiden weiterhin unter den psychischen Folgen des Erlebten. Zwar sind viele Familien in ihre Häuser zurückgekehrt, doch zahlreiche leben weiterhin in beschädigten Gebäuden oder provisorischen Unterkünften.

Wie tief diese Einschnitte sind, zeigt die Geschichte von Myat Nyein. Der 16-Jährige verlor beim Erdbeben nicht nur sein Zuhause, sondern auch seine Mutter.

Myat Nyein unterstützt heute seinen Vater und kümmert sich um seine Grossmutter und seinen jüngeren Bruder. Unsere Teams haben ihn und seine Familie unmittelbar nach dem Erdbeben mit Nahrung und Wasser versorgt und später mit psychosozialer Hilfe und sowie Bargeldhilfe unterstützt.

Ich habe mich im letzten Jahr sehr verändert. Früher habe ich gerne gespielt, heute nicht mehr. Ich habe das Gefühl, ich musste plötzlich erwachsen werden.

Myat Nyein vermisst seine Mutter sehr, die beim Erdbeben ums Leben gekommen ist.

Unsere Hilfe in Myanmar

Save the Children war unter den ersten Organisationen vor Ort und leistete Nothilfe. Wir versorgten Kinder und Familien mit Nahrung, sauberem Trinkwasser, Notunterkünften sowie Decken, Moskitonetzen und Hygieneartikeln. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen haben wir bis heute über 275’000 Menschen erreicht, darunter rund 80’000 Kinder. Unsere Unterstützung umfasst unter anderem:

  • medizinische Versorgung und Erste Hilfe
  • Behandlung von Mangelernährung
  • Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung
  • Bargeldhilfe
  • temporäre Lernorte und kinderfreundliche Räume
  • psychosoziale Unterstützung