In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) breitet sich erneut Ebola aus. Besonders besorgniserregend ist, dass es sich um eine seltene Virusvariante handelt, für die es derzeit weder einen spezifischen Impfstoff noch eine gezielte Behandlung gibt. Kinder gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen.

Fünf Erklärungen zur aktuellen Situation und dazu, wie wir helfen.

1. Das Ebola-Virus

Ebola ist eine schwere und oft tödlich verlaufende Krankheit, die durch direkten oder indirekten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, kontaminierten Materialien oder infizierten Oberflächen übertragen wird. Das Virus kann sich auch bei der Pflege erkrankter Personen oder durch unsichere Bestattungspraktiken verbreiten.

Die Symptome treten in der Regel plötzlich auf und können zwischen zwei und 21 Tagen nach der Infektion erscheinen. Zu den Symptomen gehören:

  • Fieber
  • Schwäche
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Muskelschmerzen
  • Blutungen (in schweren Fällen)

2. Die Situation in der DR Kongo

Am 15. Mai wurde in der Provinz Ituri im Osten der DR Kongo ein neuer Ebola-Ausbruch bestätigt. Bis zum 25. Mai meldeten die Gesundheitsbehörden mehr als 900 Ebola-Fälle. Ausserdem wurden bisher 119 Todesfälle registriert, darunter mindestens neun Kinder. Die Zahl der Fälle steigt weiter an.

Fälle wurden in verschiedenen Teilen von Ituri gemeldet, darunter auch Verdachtsfälle in Bunia, der Provinzhauptstadt nahe der Grenzen zu Uganda und Südsudan. Zudem wurden Fälle in Goma, Nord-Kivu sowie in Uganda bestätigt.

Der Ebola-Ausbruch ist eine weitere Krise für die DR Kongo. Das Land erlebt in diesem Jahr eine starke Zunahme der Gewalt und Konflikte, wodurch sich eine der schwersten humanitären Krisen weltweit verschärft hat. Rund 15 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

3. Warum dieser Ausbruch anders ist

Diese Virusvariante – Bundibugyo – ist selten. Für diese Variante gibt es derzeit weder einen spezifischen Impfstoff noch eine gezielte Behandlung.

Weil die Variante so selten ist, wurde sie spät erkannt. Proben müssen zur Analyse nach Kinshasa geschickt werden – mehr als 1800 Kilometer entfernt. Viele Menschen waren bereits dem Virus ausgesetzt, bevor der Ausbruch bestätigt wurde. Das erschwert die Nachverfolgung von Kontakten und die Eindämmung der Übertragung.

Das Virus breitet sich in einer Region aus, die bereits von Unsicherheit und Konflikten betroffen ist. Jahre der Gewalt haben das Gesundheitssystem stark geschwächt. Gesundheitszentren benötigen dringend Schutzausrüstung und Unterstützung bei der Infektionsprävention.

4. Was der Ebola-Ausbruch für Kinder bedeutet

Kinder sind von diesem Ausbruch betroffen. Gesundheitseinrichtungen zufolge sind mindestens neun Kinder gestorben. Der Zustand von Kleinkindern kann sich ohne frühzeitige Erkennung und medizinische Unterstützung sehr schnell verschlechtern.

Häufige Kinderkrankheiten wie Malaria, Durchfall, Lungenentzündungen oder Mangelernährung können ähnliche Symptome wie Ebola verursachen. Dadurch steigt das Risiko einer verspäteten Diagnose und weiterer Ansteckungen. Die Auswirkungen gehen zudem weit über die Infektion hinaus. Kinder können während Isolation oder Spitalaufenthalten von ihren Bezugspersonen getrennt werden oder Angehörige verlieren. Viele erleben Angst, Trauer, Stigmatisierung und soziale Ausgrenzung.

5. Was Save the Children macht

Unsere Teams haben gemeinsam mit der Regierung der DR Kongo einen Nothilfe-Einsatz gestartet mit Fokus auf:

  • Eindämmung der Übertragung
  • Schutz von Kindern und Gesundheitspersonal
  • Aufklärung der Bevölkerung,
  • Unterstützung betroffener Familien

Wir sind seit vielen Jahren in der Provinz Ituri präsent und setzen dort Programme in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Kinderschutz, Wasser- und Sanitärversorgung, Bildung sowie Existenzsicherung um.

Mehr zur Situation vor Ort und dazu, wie Kinder betroffen sind, erklärt unser Länderdirektor Greg Ramm im SRF-Interview.

Jetzt lesen

Ihre Spende hilft

Mit Ihrer Spende setzt sich Save the Children für das Wohl notleidender Kinder ein.