Militärische Checkpoints, bewaffnete Soldaten und Angriffe durch Siedler prägen für viele palästinensische Kinder im Westjordanland den Weg zur Schule. Kinder berichten Save the Children von Angst, Gewalt und einem Alltag, in dem selbst Schulen keinen sicheren Ort mehr darstellen.
📍 Westjordanland
Wenn der Schulweg zum «Weg der Angst» wird
Angst vor Angriffen durch Siedler
Neben den militärischen Kontrollen berichten Kinder und Familien von zunehmender Gewalt durch israelische Siedler. Seit Jahresbeginn habe es 13 Angriffe von Siedlern auf Schulen im Westjordanland gegeben, von denen rund 700 Schülerinnen und Schüler betroffen gewesen seien.
Der 15-jährige Khalid wurde nach eigenen Angaben in seinem Dorf von Siedlern angeschossen. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass er angegriffen wurde; nach einem früheren Angriff musste er im Spital behandelt werden.
Auch Kareem, 16, lebt in einem ländlichen Dorf und berichtet von regelmässigen Angriffen auf seinem Schulweg. Er bezeichnet den Weg zum Unterricht als einen «Weg der Angst».
«Es ist schwer für mich, wenn ich auf dem Weg [zur Schule] einem Siedler mit seiner Schafherde begegne. Er greift mich an und schikaniert mich, sogar auf dem Rückweg. Manchmal schlägt er mich, nimmt mir meine Schultasche weg und zerreisst meine Schulbücher.»
Trotz der schwierigen Lebensbedingungen findet Kareem Freude daran, mit seinen Freunden Fussball zu spielen. Er ist entschlossen, in seiner Heimat zu bleiben.
Es ist schwer für mich, wenn ich auf dem Weg zur Schule einem Siedler mit seiner Schafherde begegne. Er greift mich an und schikaniert mich, sogar auf dem Rückweg. Manchmal schlägt er mich, nimmt mir meine Schultasche weg und zerreisst meine Schulbücher.
Palästinensische Kinder haben das Recht, ohne Angst zur Schule zu gehen
Save the Children arbeitet seit 1953 im besetzten palästinensischen Gebiet. Gemeinsam mit Partnerorganisationen unterstützt die Kinderrechtsorganisation Kinder, die von Gewalt durch israelische Streitkräfte und Siedler betroffen sind. Dazu gehören die Bereitstellung lebenswichtiger Güter, sichere Räume sowie psychosoziale Unterstützung für Kinder und ihre Bezugspersonen.
Darüber hinaus setzt sich Save the Children dafür ein, dass Kinder Zugang zu sicherer und inklusiver Bildung haben. Im nördlichen Westjordanland unterstützt die Organisation Familien zudem mit finanzieller Nothilfe.
Was sich Kinder wünschen, ist dabei grundlegend: ohne Angst zur Schule gehen, lernen, Freunde treffen und Zukunftspläne machen zu können. Yousef blickt trotz seiner Erlebnisse nach vorn:
Mein Rat an alle ist: Habt keine Angst, gebt nicht auf und bleibt stark. Ich träume davon, dass Palästina befreit wird, der Krieg in Gaza endet, die Menschen dort Essen haben und nie wieder hungern müssen.
Konflikt im Nahen Osten
Unsere Teams vor Ort sind für Kinder und Familien da. Save the Children ist neben dem Libanon auch in den besetzten palästinensischen Gebieten, in Syrien, im Irak, im Jemen, in Afghanistan, in Pakistan, in Jordanien und in der Türkei aktiv.
Mehr über unsere Arbeit vor Ort