Kein Kind sollte arbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen und zu spielen. Mit unserem ganzheitlichen Ansatz helfen wir Unternehmen, Kinderrechte in ihren Lieferketten zu stärken und Kinder wirksam vor Ausbeutung zu schützen.

Kindsein statt Kinderarbeit

Millionen Kinder leiden unter den Auswirkungen globaler Lieferketten in ihrem Alltag. Armut, informelle Beschäftigung und fehlende soziale Sicherheit sind die Gründe dafür, dass Kinderrechte entlang der Lieferketten verletzt werden. Um Kinder wirksam zu schützen, müssen Unternehmen Verantwortung übernehmen und Kinderrechte konsequent umsetzen. Wir unterstützen Unternehmen dabei mit einem ganzheitlichen Ansatz – von der Risikoanalyse bis hin zu konkreten Projekten für Kinder vor Ort.

Kinder sollten Stifte in der Hand halten, keine Werkzeuge.

Kailash Satyarthi Kinderrechtsaktivist und Friedensnobelpreisträger

Save the Children unterstützt den Child Rights Action Hub in DR Kongo

Seit 2024 unterstützen wir den Child Rights Action Hub in der DR Kongo, der von unserer Partnerorganisation The Centre for Child Rights and Business geführt wird. Zusammen mit lokalen Partner:innen engagiert sich der Action Hub, um Kinderarbeit in Kobaltminen in Kolwezi zu verhindern.

Expert:innen vor Ort entwickeln persönliche Unterstützungspläne und individuelle Betreuung und führen so Kinder aus der Kinderarbeit heraus. Danach stellen wir die medizinische und psychologische Betreuung sicher, denn viele der Kinder haben Schlimmes erlebt. Schritt für Schritt tasten sie sich zurück ins Leben, gehen zur Schule oder beginnen eine berufliche Ausbildung.

Dabei darf das Umfeld der Kinder nicht vergessen gehen: Wir entlasten ihre Familien finanziell und fördern auch ihre Geschwister.

Der Action Hub wird von Dormakaba sowie neun Telekommunikationsunternehmen unterstützt, darunter die Swisscom AG. Ziel ist, die Rückverfolgbarkeit und Bewältigung möglicher Auswirkungen entlang der Lieferketten elektronischer oder digitaler Geräte langfristig zu verbessern.

Von der Mine zurück in die Schule

Auch über den Child Rights Action Hub hinaus setzt sich Save the Children in der DR Kongo mit verschiedenen Programmen gegen Kinderarbeit ein. Die folgende Geschichte von Munstosh stammt aus einem separaten Bildungsprojekt von Save the Children und zeigt exemplarisch, welche Auswirkungen Kinderarbeit auf das Leben von Kindern haben kann.

Munstosh, 12, und sein Vater Jacque leben in der Provinz Lualaba im Südwesten der Demokratischen Republik Kongo. Aufgrund der schwierigen Lebensbedingungen sahen sich beide gezwungen, in einer Kobaltmine zu arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen und genügend Nahrung zu beschaffen.

Sechs Jahre lang grub und sammelte Munstosh Kobalt. Die Arbeit beeinträchtigte seine Gesundheit und kostete ihn seine Schulbildung. Zudem verlor er seinen Bruder, der bei einem Erdrutsch verschüttet wurde – eine lebensbedrohliche, aber für Minenarbeiter leider häufige Gefahr neben Krankheiten und Infektionen. Munstosh erinnert sich: «Dort, wo der Erdrutsch passierte, sammelten wir direkt daneben Kobalt. Die Erde rutschte ab. Sie begrub meinen grossen Bruder, und er starb.»

Dort, wo der Erdrutsch passierte, sammelten wir direkt daneben Kobalt. Die Erde rutschte ab. Sie begrub meinen grossen Bruder, und er starb.

Munstosh (12) Ehemaliger Kinderarbeiter

Munstosh klagt über Schmerzen im ganzen Körper. Die jahrelange harte Arbeit hat seine Gesundheit nachhaltig beeinträchtigt und seinen Körper früh altern lassen. Auch sein Vater weiss um die Risiken und fehlenden Perspektiven der Arbeit in den Minen: «Wenn dieses Kind nach Hause kommt, beginnt es zu weinen. Seine Gelenke und seine Gesundheit sind nicht in Ordnung.»

Dank des «Catch-up Class Club» von Save the Children konnte Munstosh die Mine verlassen. Das innovative Bildungsprogramm hilft Kindern, verlorene Lernzeit aufzuholen, ihren Lernstand zu erfassen und sie auf dem passenden Niveau zu fördern, damit sie Lesen, Schreiben und Rechnen wieder erlernen können. Munstosh freut sich über die Chance auf Bildung und die erhaltenen Schulmaterialien.

Ich fühle mich grossartig. Meine Intelligenz kommt zurück. Ich versuche, mein Leben in die Hand zu nehmen.

Munstosh (12)