In knapp 500 Tagen Krieg sind in der Ukraine jeden Tag durchschnittlich drei Kinder getötet oder verletzt worden. Viele weitere leiden unter Schlaf- und Sprechstörungen.
Kinder leiden unter täglichem Beschuss
Neben der ständigen Gefahr, getötet oder verletzt zu werden, leiden die Kinder unter dem täglichen Luftalarm, den Raketenangriffen und dem Granatenbeschuss. Im vergangenen April wollten die 12-jährige Zoriana und ihre Mutter gerade in einen Zug einsteigen, um von Kramatorsk in die Westukraine zu flüchten, als eine Rakete nur wenige Meter entfernt auf einem überfüllten Bahnsteig einschlug. Bei dem Angriff wurden etwa 60 Menschen getötet und über 120 Personen verletzt. „Es gab eine Explosion, wir hörten viele Menschen schreien. Meine Mutter hatte Angst, aufzustehen, weil wir dachten, es könnte eine weitere Rakete eingeschlagen sein“, erinnert sich Zoriana.
Zoriana hat einen Raketenangriff auf den den Bahnhof Kramatorsk überlebt. Seither leidet sie an Herzproblemen und hat Angst vor lauten Geräuschen und Sirenen.
Erlebnisse durch Malen verarbeiten
Wir unterstützen Kinder wie Zoriana in digitalen Lernzentren und Schutz- und Spielräumen in der ganzen Ukraine bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse.
Kateryna ist Psychologin in einem Schutz- und Spielraum in Charkiw und bietet Kunsttherapien an. Die kreative Betätigung soll den Kindern helfen, Stress abzubauen und Ängste zu verarbeiten. Die Nachfrage nach ihren Sitzungen nimmt zu, da immer mehr Familien unter dem täglichen Beschuss der Stadt leiden.
Die Kinder fangen an zu stottern, entwickeln aufgrund des Erlebten Schlafstörungen und haben Angst, dass sich die Angriffe wiederholen könnten.
Die Maltherapie hilft den Kindern dabei, Stress abzubauen und ihre Ängste zu verarbeiten.
Unsere Hilfe für Kinder aus der Ukraine
Seit 2014 sind wir in der Ukraine tätig und leistet humanitäre Hilfe für Kinder und ihre Familien. Wir unterstützen Familien auf der Flucht in ganz Europa und setzen uns dafür ein, dass Kinder in und aus der Ukraine Zugang zu Bildung erhalten.
Wir fordern, das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zu beachten. Zivilist:innen sowie zivile Infrastrukturen – insbesondere solche, die von Kindern genutzt werden wie Wohnhäuser, Schulen und Spitäler – müssen vor Angriffen geschützt werden.