Jeder Krieg ist ein Krieg gegen Kinder. In den folgenden Abschnitten finden Sie eine nicht abschliessende und kompakte Zusammenstellung über die Aktivitäten von Save the Children in der Ukraine, in den Nachbarländern und in der Schweiz.

Save the Children leistet in der Ukraine und den Nachbarländern humanitäre Hilfe.

Humanitäre Hilfe seit 2014

Weltweit vernetzt, gehört Save the Children jeweils zu den ersten humanitären Organisationen, die im Not- und Katastrophenfall vor Ort lebensrettende Hilfe für Kinder und ihre Familien leisten und ist bereits seit 2014 in der Ukraine tätig.

Die Kinder in der Ostukraine haben bereits seit acht Jahren unter Beschuss und Gewalt gelitten. Viele sind aus ihren Häusern vertrieben worden. Luftangriffe und Explosionen haben dazu geführt, dass wichtige Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser beschädigt wurden. Seit dem 24. Februar 2022 haben fast sechs Millionen Menschen die Grenzen von der Ukraine in die Nachbarländer überquert – darunter mindestens drei Million Kinder. Die Auswirkungen des Konflikts auf Kinder sind verheerend. Während dieser Krieg tobt, zielt unsere Krisenhilfe in der Ukraine darauf ab, 3,5 Millionen gefährdete Kinder und ihre Familien zu erreichen.

5.49 Mio.

Menschen sind bereits aus der Ukraine geflüchtet.*

Aktuell: Lebensrettende Hilfe vor Ort

Ukraine

Unsere derzeit 24 nationalen und 12 internationalen Mitarbeitenden sind an verschiedenen Standorten in der Ukraine tätig, darunter auch in unseren früheren Einsatzgebieten in Kiew, Donezk und Sloviansk. Wir haben neue Stützpunkte in Lwiw, Czernowitz und Usghurod eingerichtet und arbeiten uns über Winnyzja nach Dinipro im Osten vor. Wir arbeiten mit 23 neuen Partnern zusammen in Saporischschja, Krementschug und Poltawa sowie in verschiedenen Städten des Gebiets Iwano-Frankiwsk.

Durch unsere neue Präsenz verfügen wir über logistische Knotenpunkte, die sich von Lemberg, Usghurod, Czernowitz und Odessa im Südwesten der Ukraine bis zu den wichtigsten Städten an der Kontaktlinie im Osten erstrecken. Das Team hat in Tschernizwi Nahrungsmittelhilfe geliefert, und 230 Tonnen energiereiche Kekse sind auf dem Weg nach Odessa.

In Mykolajew, im stark umkämpften Süden der Ukraine, unterstützen wir das Kinder­krankenhaus mit dringend benötigten medizi­nischen Geräten und Mate­rialien. Zusammen mit dem Partner Crown Agents, einer gemein­nützigen inter­nationalen Entwick­lungs­gesell­schaft in der Ukraine, liefern wir mehr als 60’000 Sets mit Erste-Hilfe-Materialien zur Verteilung an Kranken­häuser und andere Erst­versorger. Diese medizinischen Materia­lien dienen zum Stillen von Blutungen und zur Behandlung von Verlet­zungen, darunter Verbands­material und Ader­pressen. Sie gehören laut ukrainischem Gesundheits­ministerium zu den aktuell dringendsten Dingen, die für die Behandlung der vielen Verletzten nötig sind.

In Kramatorsk, in der Region Donetsk etwa 200 km nördlich von Mariupol, haben wir zunächst für etwa 1’300 Familien 9’000 Liter Trinkwasser bereitgestellt. Die Lieferung ist Teil unserer Hilfe rund um sauberes Wasser und Hygienemaßnahmen, die wir zusammen mit anderen Hilfsorganisationen in der Ukraine koordinieren. Wo es gebraucht wird, stellen wir Trinkwasserautomaten auf bzw. verteilen grosse Trinkwasserkanister und Wasserflaschen wie in Kramatorsk.

Save the Children unterstützt die ukrainischen Behörden unter anderem dabei, das Online-Lernsystem des Landes zu verbessern, damit Kinder weiterhin Zugang zu Bildung haben. Doch auf der Flucht oder in umkämpften Gebieten ist das Internet schlecht – die Kinder haben dort keinerlei Chance auf Unterricht. Deshalb verteilen wir zusätzlich Pakete mit Spielzeugen sowie Lehrmittel an Kinder, die ihre Zuflucht nicht verlassen können und richten in Notunterkünften digitale Lernzentren ein.

Icon Bildung

Schuleinrichtungen wurden zerstört Seit Beginn des Krieges wurden in der Ukraine täglich durchschnittlich 22 Schulen angegriffen, wobei die Militäroperationen die Bildung von 5,5 Millionen im Land verbliebenen Kindern beeinträchtigten. Nach Angaben des ukrainischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft wurden mindestens 869 Bildungseinrichtungen – das sind etwa 6 % aller Schulen des Landes – beschädigt und 83 vollständig zerstört.

RUMÄNIEN

In Rumänien gibt es fünf Asylzentren. Save the Children bietet Sozial-, Freizeit- und Bildungsdienste in Form von kinderfreundlichen Räumen und Mutter-Baby-Bereichen in Asylzentren, Aufnahmezentren und wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie dem Bukarester Nordbahnhof an. Weitere kinderfreundliche Räume wurden durch unser Team am Grenzübergang Siret und im Romexpo-Kongresszentrum in Bukarest einrichten, das zu einer Unterkunft für Flüchtlinge umgebaut wird.

Weiter bietet Save the Children den Asylbewerbern in den Unterbringungs- und Verfahrenszentren ständige Unterstützung, einschliesslich der Durchführung von Aktivitäten in kinderfreundlichen Räumen, psychosoziale Beratung und materieller Unterstützung.

Weiter werden Lebensmittel, Sim-Karten für Telefone, Spielzeug, Windeln und andere Hygieneartikel an die Kinder und ihre Betreuerinnen und Betreuer verteilt, sowie psychosoziale Unterstützung und Kinderschutz gewährleistet.

Etwa 40’000 Menschen, darunter 22’000 Kinder konnten wir mit unserer Hilfe bisher erreichen. In die Republik Moldau, die pro Kopf die meisten Geflüchteten aufgenommen hat, haben wir von Rumänien aus vor allem Hygieneprodukte geschickt, die in etwa 100 Flüchtlingsunterkünften verteilt wurden.

Icon Migration

Über 736 000 Menschen sind bereits über die Grenze nach Rumänien geflüchtet.*

Polen

In Polen haben wir innerhalb weniger Wochen ein Länderbüro gegründet und sind dort seit Mitte April 2022 als Stiftung registriert. So können wir schneller und effektiver helfen. Wir unterstützen auch in Polen geflüchtete Familien mit Bargeldzahlungen, damit sie sich mit dem Nötigsten versorgen können.

In der Nähe von Krakau haben wir gemeinsam mit einem lokalen Partner eine ukrainische Schule eröffnet, in der geflüchtete Kinder weiter lernen können. In sechs Empfangszentren entlang der polnisch-ukrainischen Grenze können sich Kinder in unseren sicheren Schutz- und Spielräumen von den Strapazen der Flucht und ihren oft traumatischen Erleb­nissen erholen und in Ruhe mit­einander spielen.

Icon Migration

Über 4.31 Millionen Menschen sind bereits über die Grenze nach Polen geflüchtet.*

Litauen

In Litauen gibt es ein temporäres Migrantenzentrum in Alytus (Stadt zwischen der polnischen Grenze und Vilnius): Dies ist der Ausgangspunkt für Migrierende, die nicht wissen, wohin sie gehen sollen. In diesem Migrantenzentrum arbeitet Save the Children mit anderen NGOs, dem Innenministerium, mit der Grenzpolizei sowie der örtlichen Gemeinde zusammen. Migrierende kommen kurzfristig hier unter, können schlafen, werden verpflegt und mit dem Nötigsten versorgt. Darüber hinaus wurde ein Call Center errichtet, damit sich Geflüchtete, die nicht weiterwissen, melden können. Die derzeitige Telefonnummer wird in eine nationale Hotline umgewandelt. Sie wird Familien aus der Ukraine an eines der elf Save the Children-Familienuntersützungsteams weiterleiten, die in allen fünf grösseren Städten und anderen Teilen des Landes stationiert sind.

Save the Children hat das offizielle Mandat, sich um Kinder und schwangere Frauen zu kümmern. Dafür werden u.a. kinderfreundliche Räume eingerichtet. In Alytus gibt es deshalb eine örtliche Kindertagesstätte, die von Save the Children betreut wird. In Marijampole ist zudem ein zweites Migrationszentrum von der Regierung geplant.

Ein weiterer kinderfreundlicher Raum wird in Kaunas eröffnet. Save the Children arbeitet in allen sechs Registrierungszentren. Das Team verteilt lebenswichtige Non-Food-Artikel und bietet Sozial- und Vermittlungsdienste an.

SCHWEIZ

Seit Februar 2022 haben sich in der Schweiz über 55’000 geflüchtete Personen aus der Ukraine registriert. Der rasche Anstieg an Geflüchteten und die kaum abschätzbare Grössenordnung und Dauer des Krieges führen zu einem erheblichen Druck auf das Schweizer Asylwesen. Dies hat Auswirkungen auf den Schutz und das Wohl aller geflüchteten Kinder, wobei Kinder mit besonderen Bedürfnissen und ohne Begleitung ihrer Eltern besonders verletzlich sind. Save the Children unterstützt geflüchtete Kinder aus der Ukraine in der Schweiz mit folgenden Hilfeleistungen:

Icon Familie

1. Stärkung von geflüchteten Kindern durch kreative Aktivitäten Viele Eltern berichten über Unruhe, Ängste und weitere psychische Belastungen der Kinder aufgrund der Erlebnisse und der gegenwärtigen Situation. Leider fehlen in Asylzentren oftmals Einrichtungen für Kinder zum Spielen oder zum Entspannen. Hier unterstützt Save the Children Schweiz Asylunterkünfte in der ganzen Schweiz mit Familienpaketen (Lern- & Spielanleitungen, Stifte, etc.), Informationsmaterialien in Ukrainisch oder Russisch (Entspannungsübungen, etc.) und mit Traumakit.

Icon Boy

2. Stärkung des Kindesschutzes und der kindgerechten Unterbringung Derzeit werden im Eiltempo neue, temporäre Unterkünfte eröffnet, teilweise allerdings in für Kinder nicht geeigneten Gebäuden. Wir tragen zu einem erhöhten Kindesschutz bei, indem wir Beratungen zur kindergerechten Unterbringung durchführen und materielle und fachliche Unterstützung bei der Umsetzung der Verbesserungsmassnahen leisten.

Icon Buch

3. Fachliche Unterstützung Für Gastfamilien, die Minderjährige und Familien aufnehmen, gibt es keine verbindlichen nationalen Standards, die in so einer grossen Anzahl an Gastfamilien und in kurzer Zeit umsetzbar oder überprüfbar wären. Deshalb unterstützen wir Organisationen, die Gastfamilien begleiten oder weitere Unterbringungs- oder Betreuungsangebote aufbauen, mit unserer Fachexpertise.

Zudem ist es uns ein zentrales Anliegen, die Bedürfnisse aller geflüchteten Kinder und deren Familien abzudecken, indem wir in den kommenden Jahren unsere Arbeit hinsichtlich kindgerechten Unterbringungs- und Betreuungsstandards im Asylbereich ausbauen (z.B. Begleitung beim Aufbau von Kinderfreundlichen Räumen und Aktivitäten, und Stärkung von niederschwelliger Elternarbeit im Asylbereich) sowie Minimalstandards für alle geflüchtete Kinder in der Schweiz erarbeiten. Dies kommt sowohl ukrainischen wie auch allen anderen geflüchteten Kindern und ihren Familien zugute.

*Quelle: UNHCR – http://data2.unhcr.org/en/situations/ukraine