Chouchou ist erst ein Jahr alt, als ihr Leben erschüttert wird. Gewaltsame Auseinandersetzungen erreichen ihr Zuhause in der Demokratischen Republik Kongo und reissen ihre Eltern aus ihrem Leben. Sie selbst wird schwer verletzt. Jahre später beginnt für sie ein unerwarteter Neuanfang, der lange unerreichbar schien.

Schulleiterin Patience, Choucou und ihre Grossmutter Debra. ©Hugh Kinsella Cunningham / Save the Children

Ein Schulweg, der alles verändert

Chouchou ist erst ein Jahr alt, als ihr Leben erschüttert wird. Gewaltsame Auseinandersetzungen erreichen ihr Zuhause in der Demokratischen Republik Kongo und reissen ihre Eltern aus ihrem Leben. Sie selbst wird schwer verletzt. Jahre später beginnt für sie ein unerwarteter Neuanfang, der lange unerreichbar schien.

Die Kugeln waren nicht für Chouchou bestimmt und doch veränderten sie ihr Leben für immer. Im Jahr 2017 eskalierte in der Region Kasai in der Demokratischen Republik Kongo ein bewaffneter Konflikt. Dörfer wurden angegriffen, Häuser zerstört und Familien auseinandergerissen. Chouchou war noch ein Kleinkind, als bewaffnete Männer ihr Zuhause erreichten. Ihre Eltern wurden vor ihren Augen erschossen. Eine Kugel traf ihr Knie.

Für Chouchou und ihre Grossmutter Deba begann eine Flucht ins Ungewisse. Sie suchten Schutz im angrenzenden Angola, wo Ärztinnen und Ärzte ihr linkes Bein amputieren mussten, um ihr Leben zu retten. Als sie 2018 zurückkehrten, war ihr Alltag von Verlust und Armut geprägt. Chouchou konnte kaum laufen. Während andere Kinder spielten oder zur Schule gingen, blieb sie meist vor der Hütte sitzen. Lernen, Freundschaften und Zukunftspläne schienen unerreichbar.

Die Kugeln waren nicht für Chouchou bestimmt und doch veränderten sie ihr Leben für immer.

Ihre Grossmutter Deba (rechts im Bild) hilft Chouchou mit ihrer Beinprothese.

Während 6 Monaten bringt Patience (rechts) Chouchou fast täglich zur Schule und wieder nach Hause. Heute läuft sie dank Beinprothese selbst.

«Als ich das erste Mal in der Schule war, hatte ich keine Angst.», erinnert sich Chouchou (2.v.l.)

Fünf Kilometer trägt die Schulleiterin Chouchou zur Schule

Bis die Schulleiterin Patience in ihr Leben trat. Sie arbeitet für ein Aufholprogramm von Save the Children und sucht gezielt nach Kindern ohne Schulzugang. Als sie Chouchou entdeckt, ist für sie klar: «Ich konnte sie nicht zurücklassen.» Am nächsten Tag kehrt sie zurück und nimmt das Mädchen auf den Rücken. Fünf Kilometer trägt sie Chouchou zur Schule. Während sechs Monaten bringt Patience sie fast täglich zur Schule und wieder nach Hause. Gleichzeitig erhält Chouchou Unterstützung: Schulmaterial, Krücken und schliesslich eine Beinprothese.

Mit dieser neuen Selbstständigkeit verändert sich ihr Alltag spürbar. «Seit sie die Prothese hat, bewegt sie sich viel besser», sagt ihre Grossmutter. «Und sie spielt wieder.»

Heute geht Chouchou selbst zur Schule. Sie lernt, lacht und gehört dazu. Und sie beginnt, von der Zukunft zu träumen: «Ich möchte Schneiderin werden.»

Ich möchte Schneiderin werden.

Chouchou träumt von ihrer Zukunft.

Save the Children in der Demokratischen Republik Kongo

Save the Children arbeitet seit 1994 in der Demokratischen Republik Kongo und kooperiert mit 13 lokalen Organisationen sowie internationalen Partnern und staatlichen Stellen, um Kindern und ihren Familien lebensrettende Hilfe in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Kinderschutz sowie Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste bereitzustellen.