Hier steht die Gesundheit von Babys und Müttern an erster Stelle: Im grössten Flüchtlingslager Ruandas können neu Kaiserschnitte dank einer medizinischen Einrichtung durchgeführt werden. Allein in den ersten drei Monaten nach der Inbetriebnahme konnte dadurch das Leben von 93 Babys gerettet werden.

Sarah, 31, mit ihrem dritten Baby, das durch einen Kaiserschnitt gesund zur Welt kam. ©Thacien Biziyaremye/Save the Children

Gesundheit von Mutter und Kind an erster Stelle

Das voll ausgestattete medizinische Zentrum im Mahama Flüchtlingslager, in der östlichen Provinz nahe der Grenze zu Tansania, wurde im April dieses Jahres eröffnet. Es wird von Save the Children betrieben und kann täglich bis zu drei Kaiserschnitte bei geflüchteten Frauen sowie Frauen aus den lokalen Gemeinschaften durchführen.

Vor der Eröffnung des Zentrums wurden Frauen bei geburtshilflichen Notfällen an ein Krankenhaus in Kirehe, einer etwa 35 km entfernten Stadt, überwiesen. Diese ist nur über schwer zugängliche und unbefestigte Strassen zu erreichen ist, wobei die Fahrt etwa 1,5 Stunden dauert. Viele Frauen erreichten das Krankenhaus in einem fortgeschrittenen Stadium der Wehen oder mussten während der Fahrt entbinden. Oft war so ihr Leben oder das Leben ihres Babys in grosser Gefahr.

Die Daten zeigen, dass 48 Prozent der Frauen, die mit geburtshilflichen Komplikationen in das Krankenhaus von Kirehe überwiesen wurden, einen Notkaiserschnitt benötigten. Viele erlitten aufgrund der mangelnden Unterstützung während der Wehen zudem Komplikationen nach der Geburt.

 

Komplikationen bei der Geburt prägen ein Leben lang

Sarah, die 31-jährige Mutter von drei Kindern, lebt seit acht Jahren im Mahama-Flüchtlingslager. Sie erzählte uns, dass sie bei der Geburt ihres ersten Kindes Komplikationen erlitt und zu einem Notkaiserschnitt ins Krankenhaus in Kirehe gebracht werden musste. 

Sarah sagte: „Als ich im Krankenhaus ankam, sagten mir die Ärzte, dass das Baby bereits zwischen den Beckenknochen lag. Sie begannen, den Kopf des Babys zu ziehen, um ihm zu helfen, herauszukommen. Aufgrund dessen wurde mein kleiner Junge geschwächt und mit einer körperlichen Behinderung geboren.”
„Mein Sohn sollte eigentlich im ersten Schuljahr sein, aber ich habe ihn nicht in der Schule angemeldet, weil sein Körper unterentwickelt ist und er nicht sprechen kann. Dies hätten wir verhindern können. Wäre ich im  Flüchtlingslager operiert worden, hätten die Ärzte sofort einen Kaiserschnitt durchführen können.“

 

Möglichkeit für Kaiserschnitt hilft Sarah

Mahama ist das grösste von sechs Flüchtlingslagern in Ruanda und beherbergt mehr als 58’000 Geflüchtete und Asylbewerber. Kaiserschnitte sind für Frauen, bei denen es bei der Geburt zu Komplikationen kommt, überlebenswichtig. Ohne Zugang zu diesen Operationen sind das Leben und das Wohlergehen von Müttern und Babys gefährdet.

Im April dieses Jahres unterzog sich Sarah im neuen Gesundheitszentrum im Flüchtlingslager ihrem zweiten erfolgreichen Kaiserschnitt und brachte einen gesunden Jungen zur Welt. Da sich das Gesundheitszentrum in der Nähe ihres Wohnorts befindet, konnten sie ihre Familienangehörigen im Gesundheitszentrum besuchen und für sie sorgen.

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In den Entbindungsstationen des Flüchtlingslagers werden durchschnittlich 140 Geburten pro Monat und 80 Konsultationen pro Woche für werdende Mütter durchgeführt.

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