Kinder sehen und hören Dinge über Konflikte und Krieg in den Nachrichten, was zu Unsicherheit und Angst führen kann. Es ist wichtig, dass Eltern und Betreuungspersonal darauf eingehen. Hier finden Sie 5 Tipps, wie man das Gespräch mit Kindern angehen kann. 

Kinder bekommen oft mehr vom Weltgeschehen mit als sie einordnen können.

Nina Hössli Kindesschutzexpertin und Leiterin der Schweizer Programme bei Save the Children

Das kann ich konkret tun

Schenken Sie Kindern einen sicheren Raum und volle Aufmerksamkeit, wenn sie Redebedarf haben. Ermutigen Sie sie, zu erzählen, was sie bereits wissen, wie sie sich fühlen und welche Fragen sie beschäftigen. Aber drängen Sie Kindern kein Gespräch auf, wenn diese nicht darüber sprechen möchten.

Das kann ich konkret tun

Ältere Kinder wissen oft schon mehr und haben Detailfragen, während jüngere Kinder Krieg eher als schlimmen Streit unter Ländern einordnen. Gehen Sie vom Entwicklungsstand des Kindes aus und orientieren Sie sich an seinen Fragen und Aussagen. Beantworten Sie Fragen ruhig und ehrlich. Es ist in Ordnung, nicht auf alle Fragen eine Antwort zu haben – Sie können auch gemeinsam recherchieren.

Das kann ich konkret tun

Sprechen Sie mit Kindern darüber, wie es ihnen geht und nehmen Sie ihre Sorgen ernst. Ein offenes, ehrliches Gespräch über belastende Themen kann beruhigen und dadurch ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Nehmen Sie Ängste wahr und reden Sie diese nicht klein, achten Sie aber auch darauf, dass Sie Ängste der Kinder nicht durch Ihre eigenen Gefühle oder Detailinformationen verstärken. Wenn Kinder sehr intensive Gefühle erleben, unterstützen Sie sie dabei, wieder zur Ruhe zu kommen, indem Sie gemeinsam zeichnen, ein Spiel spielen oder draussen einen Spaziergang machen.

Das kann ich konkret tun

Erinnern Sie Kinder daran, dass es sich nicht um ein Problem handelt, das sie lösen müssen oder können. Erklären Sie, dass viele Erwachsene auf der ganzen Welt daran arbeiten, Lösungen zu finden. Kinder sollen sich nicht schuldig fühlen, wenn sie spielen, Freund:innen treffen und Dinge tun, die ihnen Spass machen und sie ablenken.

Das kann ich konkret tun

Handeln hilft gegen das Gefühl von Hilflosigkeit. Sie können zum Beispiel gemeinsam eine Spendenaktion starten oder Friedensbilder malen. Auch das Schreiben von Briefen an Entscheidungsträger:innen oder betroffene Kinder kann helfen, Gefühle auszudrücken und Gedanken zu ordnen – unabhängig davon, ob sie tatsächlich verschickt werden oder nicht. Solche Tätigkeiten geben Kindern die Möglichkeit, selbstwirksam zu sein.