Diese zehn Krisen dürfen wir 2026 nicht vergessen:
1. Südsudan
🚨 Vertreibungs- und Ernährungskrise
Heftige Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und ein anhaltender Machtkonflikt haben den Südsudan in eine schwere Vertreibungs- und Ernährungskrise gestürzt. Kinder sind besonders betroffen: Bis April 2026 wird voraussichtlich mehr als jedes zweite Kind nicht genug zu essen haben. Rund 3,5 Millionen Kinder werden in den hungerreichsten Monaten des Jahres von akutem Hunger betroffen sein.
Überschwemmungen haben Ernten zerstört, Gewalt und ein Choleraausbruch verschärfen die Lage zusätzlich. In einigen Regionen droht erneut eine Hungersnot. Der Zustrom von Familien, die vor dem Krieg im benachbarten Sudan fliehen, bringt das Land weiter an seine Grenzen.
2. Sudan
🚨 Kämpfe und krankheiten
Auch nördlich des Südsudans, im Sudan, spitzt sich die Lage weiter zu. Heftige Kämpfe, unter anderem um die Stadt El Fasher in Darfur, haben zu massiver Gewalt gegen die Zivilbevölkerung geführt und Hunderttausende Menschen zur Flucht gezwungen. Insgesamt wurden fast 12 Millionen Menschen vertrieben. Kinder sind besonders betroffen: Über 16 Millionen von ihnen benötigen dringend humanitäre Hilfe.
Gewalt und Angriffe auf zivile Infrastruktur haben das Gesundheits- und Bildungssystem weitgehend zum Erliegen gebracht. Rund 70 Prozent der Gesundheitseinrichtungen sind ausser Betrieb, Krankheiten wie Cholera und Masern breiten sich aus. Zugleich ist Bildung für eine ganze Generation ausser Reichweite: Rund 13 Millionen Kinder besuchen keine Schule. Für Millionen Kinder im Sudan prägen Hunger, Krankheit und fehlende Perspektiven den Alltag.
Über 16 Millionen Kinder benötigen dringend humanitäre Hilfe.
3. Demokratische Republik Kongo
🚨 Gewaltkonflikte und hungerkrise
In der Demokratischen Republik Kongo wird das Leben von Kindern seit Jahrzehnten von Gewalt geprägt. 2025 hat sich der bewaffnete Konflikt drastisch verschärft: Kinder werden getötet und verletzt, Schulen und Spitäler angegriffen, Hunderttausende zur Flucht gezwungen. Allein in Süd-Kivu mussten im Dezember 2025 über 500’000 Menschen ihre Häuser verlassen, mehr als die Hälfte von ihnen Kinder.
Gleichzeitig leidet das Land unter einer der schlimmsten Hungerkrisen weltweit. Rund 14 Millionen Kinder sind von akutem Hunger betroffen, Millionen von ihnen von Mangelernährung bedroht. Der Klimawandel verschärft die Lage zusätzlich: Dürren und Überschwemmungen zerstören Ernten und erhöhen das Risiko von Krankheitsausbrüchen wie Cholera.
4. Ukraine
🚨 Krieg und Traumas
Mehr als vier Jahre nach Beginn des Krieges leben Millionen Kinder in der Ukraine weiterhin im Ausnahmezustand. Anhaltende Kämpfe und Vertreibung zwingen Familien, ihre Häuser zu verlassen und unter unsicheren Bedingungen zu leben – besonders in den kalten Wintermonaten.
Der Alltag von Kindern ist von Unterbrechungen geprägt: Viele Schulen wurden beschädigt oder zerstört, Luftalarm zwingt Kinder regelmässig in Schutzräume oder in den Fernunterricht. Neben den physischen Gefahren hinterlässt der Krieg tiefe emotionale Spuren. Viele Kinder leiden unter Stress, Angst und traumatischen Erlebnissen. Landminen und nicht explodierte Munition machen selbst alltägliche Wege gefährlich.
Die zivile Infrastruktur wird immer wieder durch Angriffe beschädigt. Für Familien und Kinder gehören Sirenen und Raketenalarm weiterhin zum Alltag.
5. Jemen
🚨 Gewalt und Mangelernährung
Seit zehn Jahren leidet der Jemen unter einem anhaltenden bewaffneten Konflikt. Gewalt, wirtschaftlicher Zusammenbruch und der Zerfall öffentlicher Dienste haben dazu geführt, dass über 19 Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen sind. Rund 4,8 Millionen Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben.
Kinder sind täglich von Gewalt betroffen. Zwischen 2013 und 2024 wurden mehr als 11’700 Kinder getötet oder verletzt. Allein im vergangenen Jahr wurde im Durchschnitt jeden Tag ein Kind getötet oder verletzt. 2024 wurden zudem über 800 schwere Verstösse gegen Kinderrechte dokumentiert, darunter Tötungen, Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen sowie Angriffe auf Schulen. Viele Kinder wachsen in einem Umfeld ständiger Unsicherheit auf.
6. Malawi
🚨 Armut und Klimarisiken
Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Grosse Teile der Bevölkerung leben in extremer Armut und sind stark von der Landwirtschaft abhängig. Viele haben kaum Zugang zu ausreichend Nahrung, sauberem Trinkwasser oder medizinischer Versorgung. Kinder sind besonders von Armut, Krankheit und Mangelernährung betroffen. Die Gesundheitslage ist angespannt: Medizinische Ressourcen sind knapp, und Krankheiten wie Malaria, Lungenentzündung, Durchfall und Mangelernährung zählen zu den Haupttodesursachen bei Kindern. Kinderarbeit und mangelnder Schulbesuch sind weitere Folgen der Armut: Viele Kinder müssen arbeiten, statt zur Schule zu gehen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Ausserdem verschärfen sich Klimarisiken wie unregelmässige Regenzeiten, Überschwemmungen und Dürreperioden durch den Klimawandel.
7. AFGHANISTAN
🚨 eingeschränkte Rechte und Hungerkrise
Afghanistan steckt nach wie vor in einer schweren humanitären Krise: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung, rund 24 Millionen Menschen, ist auf Hilfe angewiesen, darunter über neun Millionen Kinder. Die Lage hat sich in den letzten Jahren durch politische Instabilität, Armut, Hunger und Naturkatastrophen verschärft.
Viele Familien können nicht ausreichend Nahrung, sauberes Wasser oder medizinische Versorgung sicherstellen und leben am Existenzminimum. Über drei Millionen Kinder sind sogar von akuter Mangelernährung betroffen. Ende August 2025 traf ausserdem ein starkes Erdbeben der Stärke 6,0 den Osten des Landes und vernichtete ganze Dörfer, zerstörte Häuser und Infrastruktur und verschlimmerte die Notlage von bereits vulnerablen Familien.
8. Myanmar/ Bangladesch
🚨 eingeschränkter Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung
In den Rohingya-Flüchtlingslagern in Cox’s Bazar (Bangladesch) leben über eine Million Vertriebene, von denen die Hälfte Kinder sind. Die humanitäre Lage ist extrem: Trotz vorhandener schulähnlicher Angebote haben nur sehr wenige Mädchen Zugang zu Bildung, insbesondere im Alter von 15 bis 18 Jahren – landesweit sind es nur etwa 8%, und in manchen Projektgebieten nur rund 15% der Mädchen dieser Altersgruppe. Strenge Geschlechternormen, Sicherheitsbedenken und kulturelle Einschränkungen hindern Mädchen daran, allein ihr Zuhause zu verlassen oder zur Schule zu gehen. Die Folge: soziale Isolation, geringe Alphabetisierung und in vielen Fällen frühe Heirat, weil es praktisch keine Perspektiven gibt.
9. Haiti
🚨 Vertreibungskrise und Bandengewalt
Die eskalierende Gewalt in Haiti hat im Jahr 2025 durchschnittlich etwa 500 Kinder pro Tag vertrieben. Mittlerweile ist eines von sechs Kindern im Land aus seinem Zuhause vertrieben worden. Selbst Kinder im Alter von nur zehn Jahren werden von bewaffneten Gruppen rekrutiert. Die Gesamtzahl der durch Gewalt innerhalb des Landes Vertriebenen erreichte 2025 mit über 1,45 Millionen Menschen einen historischen Höchststand – ein Anstieg von fast 40% seit Dezember 2024. Das entspricht rund 12% der Bevölkerung, darunter 750’000 Kinder, wie neue Daten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zeigen. Die Vertreibungskrise und der Zusammenbruch grundlegender Dienstleistungen machen Kinder besonders anfällig für Rekrutierung, Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch. Gleichzeitig erschwert die anhaltende Gewalt den Zugang für humanitäre Hilfe und lebensrettende Unterstützung.
Die eskalierende Gewalt in Haiti hat im Jahr 2025 durchschnittlich etwa 500 Kinder pro Tag vertrieben.
10. Somalia
🚨 Hunger- und vertreibungskrise
In Somalia sind Millionen Menschen – etwa ein Drittel der Bevölkerung – von schweren Nahrungsmittelengpässen betroffen. Millionen weitere stehen kurz vor oder sind bereits in einer Hunger-Notlage. Besonders Kinder leiden massiv unter akuter Unterernährung. Diese Krise wird durch anhaltende Dürre, Wasserknappheit, steigende Lebensmittelpreise und Konflikte verschärft. Viele Familien wurden mehrfach vertrieben und haben Vieh, Ackerland und ihre Lebensgrundlagen verloren. Familien müssen schwierige Entscheidungen zwischen Wasser, Nahrung und anderen lebenswichtigen Gütern treffen. Viele reduzieren die Anzahl ihrer Mahlzeiten, was zu steigender Mangelernährung bei Kindern führt.
Kinder in Vertriebenenlagern sind besonders gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, etwa durch Überbelegung, schlechte Hygiene und geschwächte Immunsysteme aufgrund von Mangelernährung.
WIR SIND FÜR KINDER IN NOT VOR ORT
In Krisen, bei Konflikten und Katastrophen wird das Leben von Kindern auf den Kopf gestellt. Deshalb sind wir in den schwierigsten Situationen vor Ort: Wir sorgen für all das, was Kinder brauchen, um sich von diesen Krisen zu erholen und eine Zukunft aufzubauen.
Kinder und Familien in Kriegs- und Krisengebieten brauchen langfristig Hilfe. Herzlichen Dank für Ihre Spende, die wir dort einsetzen, wo es am dringendsten ist.