Anfangs Monat übernahm in Myanmar das Militär die Macht. Save the Children verurteilt jede Art von Gewalt und Unterdrückung und fordert, dass die Menschenrechte respektiert werden.

Als Reaktion auf die Ereignisse dieser Woche in Myanmar sagte die Geschäftsführerin von Save the Children, Inger Ashing:

Mit grosser Besorgnis reagieren wir auf die Ereignisse der letzten Woche in Myanmar. Wir sind zutiefst besorgt über die möglichen humanitären Folgen der aktuellen Krise für das Wohlergehen der Kinder im ganzen Land und möchten unsere Solidarität mit den Menschen in Myanmar in dieser schwierigen Zeit zum Ausdruck bringen.

Diese Krise kommt zu einer Zeit, in der bewaffnete Konflikte und die Corona-Pandemie Myanmar – insbesondere benachteiligte Kinder und Familien – vor grosse Herausforderungen stellt. Humanitäre Organisationen müssen weiterhin und besser Zugang zu einer Million Menschen haben, die in diesem Jahr in Myanmar dringend humanitäre Hilfe benötigen, darunter 383’000 Kinder. Die offizielle Zahl der Kinder, die lebenswichtige Unterstützung benötigen, wird wahrscheinlich unterschätzt, da die aktuelle COVID-19-Krise verheerende Auswirkungen auf die Bildung, Gesundheit, Ernährung, das psychosoziale Wohlbefinden und die Zukunft der Kinder hat.

Eine Million Menschen brauchen in diesem Jahr dringend humanitäre Hilfe - darunter mehr als 380'000 Kinder.

Dazu kommt, dass die meisten Schulen in Myanmar seit fast einem Jahr geschlossen sind, was bedeutet, dass 9.7 Millionen Kinder keinen Zugang zu Bildung haben. Die schwierige Situation für die vom Konflikt betroffene Bevölkerung verdient besondere Aufmerksamkeit, insbesondere für die Angehörigen ethnischer und benachteiligter Minderheitengruppen in ganz Myanmar, unter anderem der vertriebenen Bevölkerung in den Staaten Rakhine, Nord-Shan, Kachin und Kayin. Kinder in Flüchtlingscamps leben oft unter prekären Bedingungen und haben kaum Zukunftsperspektiven.

Wir rufen alle Beteiligten dazu auf, die Rechte aller Menschen in Myanmar zu respektieren – auch die von Kindern und Jugendlichen – besonders wenn es darum geht, ihr Recht auf freie Meinungsäusserung ohne Angst vor Konsequenzen auszuüben. Die Interessen und die Zukunft der Kinder müssen in den Mittelpunkt der Bemühungen gestellt werden.